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Das Einstecktuch

Hamburg, 29. November 2017. In den letzten Jahren gehört es wieder ganz selbstverständlich als Stilelement dazu – das Einstecktuch, auch Stecktuch, Kavalierstuch oder Pochette genannt. Das kleine Stoffquadrat, das gebauscht oder in korrekter Faltung aus der Brusttasche des Sakkos schaut, verleiht dem Träger eine ganz persönliche Note.

Über die Ursprünge gibt es unterschiedliche Meinungen. Die einen sehen seine Herkunft in der Geschichte des Stofftaschentuchs begründet, das seinen Ursprung im alten Rom hatte. Andere verorten den Beginn des Einstecktuchs in der Biedermeierzeit (ca. 1830). Dort war es zunächst ein äußerst farbiger Bestandteil des Reitjacketts. Als das Sakko um 1860 zum Teil der Tages- und Geschäftskleidung der Herren wurde, wandelte sich das Einsteck- zu einem Ziertuch. Genauso wie das Hemd des seriös gekleideten Herren, in der Regel in Weiß.
Anfang des 20. Jahrhunderts war das Einstecktuch weit verbreitet und begann sich im Design immer stärker der Krawatte anzugleichen. In den 30er Jahren ergänzten schließlich sogar Sets aus Einstecktuch und Krawatte (gleiches Material, gleiches Design) das Kaufangebot. Sets werden heute allerdings von Kennern und Stilpäpsten als Fauxpas angesehen. Sie gelten als langweilig, die Träger dieser Wahl als wenig stilbewusst.

Die Beliebtheit des kleinen Stoffquadrats nahm in den 50er Jahren jedoch rapide ab und es galt fortan als unmodern und spießig. Seit den 90er Jahren erlebt das Einstecktuch eine erneute Renaissance. Heute wird es allerdings nicht vorrangig von älteren Herren in der Geschäftswelt oder von einem Bräutigam auf seiner Hochzeit getragen, sondern häufig auch von jungen, modebewussten Männern und Frauen. Ob mit Krawatte zum Anzug oder in Kombination mit Freizeithemd, Jeans oder Chino und Sportsakko – alles geht. So gilt es bis heute als modisches Accessoire, das Anzug oder Sakko aufwertet sowie Individualität und Stilbewusstsein vermittelt.

Hochwertige Seide und feines Leinen, aber auch reine Baum- oder Schurwolle sind beliebte Materialien für das Einstecktuch. In der Größe variiert es zwischen 20cm x 20cm und 40cm x 40cm. Farblich macht man mit einem weißen Tuch nichts falsch. Abgestimmt auf die Farbkombination des restlichen Outfits dürfen Einstecktücher aber auch gern ein Hingucker in (kräftigen) Farben oder dezenten Mustern sein – solange die Wahl zum Anlass und zur Persönlichkeit des Trägers passt und nicht zu sehr vom Gesicht ablenkt.

Für einen entsprechenden Farbakzent in der Kleidung sind folgende Tipps hilfreich:

  • Greifen Sie den Grundton Ihrer Krawatte auf
  • Orientieren Sie sich an der Hauptfarbe des Krawattenmusters (zum Beispiel: Streifenfarbe der Krawatte in Hellblau – Einstecktuch in Hellblau)
  • Greifen Sie Akzente der Krawatte im Einstecktuch in dezenter Form wieder auf (zum Beispiel: Krawatte im breiten Streifendesign – Einstecktuch mit schmalen Streifen)

Auch für das Drapieren des Einstecktuchs in der Brusttasche gibt es viele Möglichkeiten – in der Literatur werden bis zu 16 verschiedene Faltungen aufgeführt. Zurzeit die modernsten Faltarten sind die Rechteckfaltung und die gebauschte Faltung. Weitere gängige Faltungen sind beispielsweise:

  • Kronenfaltung
  • Doppelspitzfaltung
  • Dreiecksfaltung
  • Amerikanische Faltung

Ähnlich wie der Kauf eines Sets im Unidesign, sind übrigens die heute leider immer wieder anzutreffenden, in Form gebrachten oder am Innenfutter der Brusttasche festgenähten Einstecktücher bei Menschen, die wirklich Stil haben, verpönt.

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