Business

Die Erfindung der guten Laune.

Smileys & Emojis sind Weltsprache geworden.

„Lasst Emojis ins Büro!“ meinen die einen. Die anderen: „Kindische Smileys gehören nicht in die Geschäfts-Korrespondenz!“

Wie dem auch sei: Millionen Menschen folgen dem Zeitgeist und verwenden sie, um Texte zu verkürzen und um Emotionen anzuzeigen. Man könnte meinen, dass Nachrichten in der digitalen Welt ohne Grinsegesicht schon fast reserviert wirken!

Was sagen die Anstandsregeln?

Die stammen aus der Internet-Steinzeit (Netiquette 1995) und empfehlen einen sparsamen Umgang mit Emoticons. Das waren diese hier: :-), :-(, :-O.

Emoticons drücken Gefühlszustände aus und lassen sich durch normale ASCII-Zeichen erzeugen (American Standard Code for Information Interchange).

Emojis (Smileys) lös(t)en die Emoticons weitgehend ab. Zwar sind die bunten Symbole durch den weltweit gültigen Unicode-Standard festgelegt, von Smartphone zu Smartphone weisen jedoch nicht wenige grobe Unterschiede auf. Ein und dasselbe Symbol kann bei Apple, Microsoft, Samsung etc. anders interpretiert werden…

Dazu noch das generelle Gesten-Problem. Als Beispiel das Victory-Zeichen. Frieden und Sieg meinen wir, in anderen Ländern ist das der Stinkefinger.

Was sagt die Wissenschaft?

Interessant - je nach Studie fanden Forscher Gegensätzliches heraus:

1. Dass die kleinen Symbole den Nutzer sogar inkompetenter und unprofessioneller erscheinen lassen. Ein Smiley sei kein angemessener Ersatz für ein Lächeln. Auf Nachrichten, die Emojis enthielten, würde weniger detailliert und faktenreich geantwortet, weil man die Smiley-Benutzer nicht für besonders clever hielte. Darum sollte in Arbeits-Mails oder -Nachrichten besser auf vermeintlich auflockernde Emojis verzichtet werden (Studie The Dark Side of a Smiley der Universitäten in Be’er Sheva und Haifa).

2. Andere Ergebnisse finden wir in einer neuen Untersuchung der Frankfurter Hochschule für angewandte Wissenschaften. Kritische E-Mails von Vorgesetzten an Mitarbeiter hätten folgenden Effekt: Durch ein positives Emoticon würde der Angesprochenen die Kritik inhaltlich zwar mitbekommen, sich jedoch weniger als Person infrage gestellt sehen.

Eine Abmahnung mit Smiley?

Also dann in Zukunft Kündigungen mit Zwinker-Zwinker garnieren, damit der Geschasste sich noch als Mensch fühlt? Meiner Meinung nach liegt der Hase darin begraben, dass wir uns nicht (mehr) die Zeit nehmen, klar und deutlich zu formulieren. Humor und Sarkasmus elektronisch rüberzubringen ist auch schwer. Und das alles ohne Körpersprache und Tonalität. Führt zu Missverständnissen. Zu allem Übel sitzt am anderen Ende auch noch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wer auffällig lange über der richtigen Wortwahl grübelt, sollte besser telefonieren als schreiben. Denn nicht immer ist eine E-Mail der ideale Kommunikationsweg. Vor allem nicht, wenn ich erst mal erklären muss, was zwischen den Zeilen steht.

Fazit: Emojis passen immer dann, wenn der Umgangston auch sonst locker und es in der Branche üblich ist - und der Adressat die Symbole und deren Bedeutung dahinter versteht. So können Smileys rasch mal Mimik und Gestik ersetzen. Bewerbungen, Rechnungen, Angebote etc. sollten OHNE auskommen.

Mögen Vorgesetzte „digitales Grinsen“, müssen Mitarbeiter*innen nicht automatisch mitgrinsen. Höflichkeit hat ihre Grenzen, der Mut zum eigenen Stil zählt, phantasielos wirkt man deshalb nicht. Hoffentlich.

Zum Glück kann nichts durch ein reales Lächeln ersetzt werden. Stellen wir mal den ersten Satz eines Buches in Smileys um. Kaum zu schaffen – macht aber Spaß! Susanne Helbach-Grosser (2018)

 

Mehr Respekt in der Arbeitswelt

Von Grapschern + Co. Für die sexuelle Selbstbestimmung

Das flächenmäßig größte Sinnesorgan des Menschen ist die Haut. Berührungen sind ein wichtiger Bestandteil menschlicher Beziehungen. Wissenschaftler vermuten, dass die evolutionären Ursprünge auf das sogenannte Allogrooming zurückgehen. Diese gegenseitige Körperpflege diente weniger der Hygiene, eher der sozialen Bindung. Im normalen heutigen Miteinander kann ein aufmunterndes Schulterklopfen oder ein Streichen über den Arm wirkungsvoller sein als Worte. Der Empfänger einer Berührung interpretiert dieses als Zeichen von Vertrauen, was wiederum seine eigene Kooperationsbereitschaft erhöht. Midas Touch ist der psychologische Begriff dafür – nach einem König der griechischen Mythologie, der angeblich alles, was er anfasste, zu Gold verwandelte.

Privat wie beruflich hängt der Grad der körperlichen Nähe ganz entscheidend von der Beziehung und der emotionalen Bindung der Beteiligten ab. Die Berührung durch einen Höherstehenden stärkt oft das Selbstbewusstsein des Berührten und wird als Lob empfunden. Dabei spielt der soziale Rang eine Rolle, denn generell berühren Menschen mit höherem Status Personen mit niedrigerem Status häufiger als umgekehrt. Zwischen allen Hierarchieebenen sollte ausnahmslos ein Rahmen frei von körperlicher Annäherung gewährleistet sein. Das gilt für Männer ebenso wie für Frauen, allerdings sind Frauen im Berufsleben immer noch häufiger in niedrigeren Positionen abhängig beschäftigt als Männer. Menschen, die ihre Machtposition ausnutzen, um sexuell übergriffig zu werden, sind weder verantwortungsbewusst noch psychisch stabil. Wer sich in anderen Kulturen bewegt, achtet noch mal mehr auf professionelles Verhalten.

Sexuelle Belästigungen im Beruf gab es schon immer. Viele Frauen haben lange über solche Erfahrungen geschwiegen, weil sie nicht als weinerlich oder hysterisch gelten wollten. Heutzutage hat die Bereitschaft zugenommen, über fehlenden Respekt und Grenzüberschreitungen zu sprechen. Auch können sich Täter nicht mehr mit Unkenntnis herausreden oder dass der Übergriff wohl ein missglückter Flirtversuch gewesen sei. Sexistische und diskriminierende Äußerungen, Gesten, Blicke und scheinbar „zufällige“ Berührungen sind kein Kavaliersdelikt. Leider ist Sexismus im Büro auch heute noch alltäglich. Als Brutstätten für Grabschereien werden oft betriebliche Freizeitaktivitäten, Office-Partys und Kundenveranstaltungen, wie zum Beispiel Messen oder der Besuch des Oktoberfestes genannt. Häufig passieren Distanzverletzungen aber auch schon beim gemeinschaftlichen Arbeiten am Bildschirm. Der Chauvinist drängt sich in der Kantinenschlange an sie, beim Platznehmen im Meeting streift seine Hüfte wie zufällig ihre Schulter, er knetet ihr ungefragt den Nacken: „Sie sehen so verkrampft aus, als könnten Sie eine Massage gebrauchen“.

Was kann eine Frau tun? Da Menschen erfolgreiches Verhalten wiederholen, sollte die Betroffene laut und deutlich "Stopp" sagen und die Situation in Worte kleiden: "Warum geben Sie mir einen Klaps auf den Hintern? Finden Sie das angebracht?" Bejaht der Verursacher, macht die Betroffene die Situation öffentlich: „Hey Betty, Herr Meiser findet es okay, mir auf den Po zu hauen. Was sagst du dazu?" Hilfreich ist es, sich eine eigene „Toolbox“ mit Sprüchen einzurichten, damit niemand in solchen Situationen sprachlos ist. Eine starke Mentorin oder Kollegin als Vorbild ist ebenfalls hilfreich.
Was kann der Verursacher tun? Viele behaupten, dass ihnen ihr Verhalten nicht bewusst war. Heißt im Klartext, sie hätten nicht nachgedacht oder es war ihnen egal. Wenn jemand sagt, er oder sie fühle sich von jemandem konkret angemacht, muss derjenige sich in aller Form entschuldigen, Offenheit für die Kritik an seiner Person zeigen und Bereitschaft signalisieren, sein Verhalten zu ändern. Zoten und Handgreiflichkeiten sagen im Übrigen viel über den Urheber aus...

Was tut der Arbeitgeber? Er ist gesetzlich verpflichtet, seine Mitarbeiter*innen vor sexueller Belästigung zu schützen; unmittelbare Vorgesetzte sind verantwortlich, ein Klima zu schaffen, das sexistisches Verhalten von vorn herein disqualifiziert.

Verbale Attacken am Arbeitsplatz werden entweder intern gelöst, sie gelangen zum Ombudsmann des Unternehmens oder vor die Gleichbehandlungsanwaltschaft – denn ein körperlicher, sexuell motivierter Übergriff kann strafrechtlich verfolgt werden. Susanne Helbach-Grosser (2019)

Mit B. auf der Publikums-Messe

Ein Messebesuch gemeinsam mit B. hat was. Der Mann ist organisiert: Frühbucher-Rabatt von über 30% eingestrichen, die Messe-Navi-App mit allen pfiffigen Tools wie Bus-Tracking runtergeladen und vor allem, bei interessanten Ausstellern Termine gemacht.

Noch ein Espresso zu Beginn, Wasserflasche parat. „Auf geht’s! Lass uns was erleben. Ich hab‘ mich schlau gemacht. Wir werden Spezialisten und Gleichgesinnte auf spannenden Events treffen.“

Professionalität bis ins Detail
Eine (Publikums-)Messe oder Ausstellung soll heute Visionen vermitteln. Ordermesse als reines Absatzinstrument war gestern. Event Experience Design oder Meeting Design heißt das nun. „Für Nur-Infos geht doch kein Mensch mehr auf eine Messe, das Erlebnis muss halt stimmen“ meint B. Interaktionen, die sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausrichten sind die Disziplinen. Um jemanden emotional abzuholen, sollten kleine überraschende (positive) Erlebnisse schon vor der Veranstaltung beginnen – und danach auch noch. Denn nur so wird eine gute Kundenbindung erreicht.

1.) Auf klare Kommunikation im Vorfeld achten. Tragen alle Kommunikationsmittel das gleiche Branding? Auf einander abgestimmt werden Web, E-Mail, Print, Blog, Social Media, persönliche Kontakte, Telefon etc. Widersprechen sich die Messages nicht?

2.) Viele Messegäste assoziieren einen Besuch immer noch mit stressigen Zuständen und Gedränge in den Hallen. Und neben der Digitalisierung nimmt auch die Erwartung nach persönlicher Begegnung zu. Eine Messe bietet das zwar, die Herausforderung für die Veranstalter ist jedoch enorm.

3.) Eine emotionale Botschaft kommt immer an. Da passiert etwas. Preisausschreiben gelten heute schon als Adressen-Wegelagerei, sind aber sicher nicht auszurotten. Viel besser ist es zum Beispiel, ein witziges halbes (!) Präsent am Messeeingang zu verteilen – die andere Hälfte gibt’s am Stand. (Die Promotionsteams + Aktionen anmelden!)

B. entdeckt etwas. Er zieht mich zu einem Stand, der technisch betrachtet, wirklich was hermacht. Aber oh Schreck! Die Crew dort hat das Erdmännchen-Prinzip verinnerlicht: Kunde naht, ein „Pfiff“ und – alle weg … „Mir will nicht in den Kopf, dass Standmannschaften oft nicht von den Haar- bis in die Zehenspitzen gut gelaunt und motiviert daherkommen! Wer unfähig zur Begeisterung ist, sollte wegbleiben, dann kann er (oder sie) wenigstens nicht zum Erfolgs-Verhinderer werden.“

Eine Marke und ein Firmen-Image werden nicht nur durch Produkte und Marketingkommunikation aufgebaut, sondern auch durch das Verhalten der Mitarbeiter. Sie sind Botschafter des Unternehmens – 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Alle Mitarbeiter (m/w/d) sollten sich ihrer Gastgeberrolle bewusst sein. Das heißt, sobald sich ein Interessent dem Stand nähert, sind Blickkontakt und Lächeln Standard.

Der erste Eindruck zählt auch am Messestand
Innerhalb von 150 Millisekunden wissen wir, ob wir unser Gegenüber sympathisch oder unsympathisch finden. Schaffen wir es im Auge des Betrachters sympathisch zu wirken, dann wird uns auch Kompetenz zugeschrieben und ein weiterer guter Gesprächsverlauf ist gesichert.

Zu den nonverbalen Zeichen zählen die Körpersignale. Wie kommt jemand bei den Besuchern wohl an, der in militärischer Grundstellung im Stand steht, als wolle er einen Hochsicherheitstrakt bewachen? Oder noch schlimmer, mit beiden Händen in den Hosentaschen. Da möchte jemand überhaupt nicht agieren. Niemals sollen Firmenmitarbeiter „lässig“ am Frontdesk lehnen, sondern aufrecht stehen, ihren Körper den passierenden Besuchern zugewandt. Keine Rudelbildung! Schwätzchen werden nach Messeschluss gehalten, das Aussehen vorbeigehender Messegäste wird nicht lautstark kommentiert. Alkohol ist tabu.

Natürlich ist es nicht ganz einfach, den ganzen Tag, womöglich mehrere Tage die Motivation hoch zu halten. Der Gesichtsausdruck verrät unweigerlich das Befinden. Darum ist Ablösung/Rotation das Zauberwort. Wer selbst erkennt (oder von Kollegen darauf angesprochen wird), dass die Ausstrahlung nicht mehr ausreichend ist, sollte Pause machen. Für eine Weile frische Luft schnappen, Wasser trinken, Beine hochlegen wäre dann ideal. Vorher Terminkalender einsehen! Und abmelden.

Sex sells?
„Oh je, wie passt das denn jetzt? B., schau mal. Aber du als Mann findest dieses freizügige Outfit der weiblichen Crewmitglieder bestimmt reizvoll!?“ „Nö, nur unpassend und an der Grenze zu peinlich. Ich stehe nicht auf Fleischbeschau. Aber viele meiner Geschlechtsgenossen zieht das immer noch magisch an. Irgendwie 90er Jahre.“

Für Kleidung und Stil gibt es heutzutage große Freiräume. Innerhalb bestimmter Berufsgruppen sind jedoch nach wie vor klare Dresscodes gültig, die es zu respektieren gilt. Die Frage sollte weit vor dem Messeeinsatz im Unternehmen gestellt werden: Was soll das Team ausdrücken: Kompetenz, Seriosität, Kreativität …? Einheitliche Kleidung ist immer ein Hingucker und vermittelt dem Kunden eine stimmige Außenwirkung und schafft zudem Vertrauen.

Eine tipptopp gepflegte Erscheinung ist selbstverständlich. Sie zeigt die Wertschätzung gegenüber dem Gesprächspartner und unterstützt die Corporate Identity des Unternehmens. Letztendlich bleibt sie unbewusst beim Besucher haften. Falls die Agenda eine festliche Abendveranstaltung vorsieht, sollte die weibliche Garderobe mit entsprechenden Accessoires aufgewertet werden können, falls nach der Messe keine Zeit mehr zum Umziehen bleibt. (will heißen, dass Frau Entsprechendes dabei hat … kann das anders ausgedrückt werden?)

Zum Messeoutfit gehören – aus zwei Meter Entfernung – lesbare Namensschilder, die gut sichtbar an der Kleidung (oben links) angebracht werden. Sie sollten den Firmennamen, Vor- und Zunamen und gegebenenfalls Titel und Funktion enthalten.

Messehallen und Kongresssäle sind oft schlecht klimatisiert (zu warm, zu kalt, stickig, zugig). Kleidung im Zwiebelverfahren ist deshalb sinnvoll, so kann auf klimatische Schwankungen reagiert werden. Niemals brandneue Schuhe tragen und ein zweites Paar zum Wechseln mitnehmen! Auf frischen Atem achten, Kaugummi ist jedoch verpönt. Genauso wie Duftschwaden – sie locken bestimmt keine Besucher an. Faustregel: wer den eigenen Duft nicht an sich wahrnimmt, ist angemessen parfümiert.

Smartphones werden nur außerhalb des Stands benutzt, falls nicht anders verabredet. Es gibt bestimmt ein nicht einsehbares Plätzchen am Stand, an dem auch mal herzhaft in ein belegtes Brötchen gebissen werden kann. Stilvoll ist es allemal, nicht direkt aus der Flasche zu trinken.

Die besten für die Messetage!
B. schwärmt: „Als ich vor einiger Zeit auf der Ligna (XYZ) einen Lieferanten besuchte, passte alles – das eigene Personal auf dem Stand war fachlich total auf Zack, freundlich, aufmerksam, bot gleich Sitzplatz und Erfrischung an, eine reine Freude! Niemand stand in der Ecke und bohrte in der Nase.

Das Unternehmen hatte nicht nur die Motiviertesten ausgesucht, sondern auch viel Zeit in die Mitarbeiterschulungen investiert, das merkte man. Als Kunde hatte ich keine Sekunde das Gefühl, ein Störfaktor zu sein.“

Und bestimmt haute auch niemand den Satz der Sätze raus: „Kann ich Ihnen helfen?“ („Nein, mir ist nicht zu helfen“, „Wobei möchten Sie mir helfen?“ „Sehe ich so hilfsbedürftig aus?“).

Alles in allem verbrachten B. und ich einen großartigen Tag auf der Messe. Beeindruckende Rahmenprogramme mit viel Besucheranimation machten uns Spaß – von Live-Gesprächsrunden über kulturelle Einlagen und Show-Blocks bis hin zu Computer-Spielen.

„Wessen wir am meisten im Leben bedürfen, ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.“ Ralph Waldo Emerson. Susanne Helbach-Grosser (März 2018)

Telefonkonferenz

Telefon- und Videokonferenzen können zwar Zeit und Geld sparen, eine direkte Begegnung können sie jedoch nicht wirklich ersetzen. Eine Mischung aus virtuellen und persönlichen Meetings bringt gute Arbeitsergebnisse.

Damit die Telefon- oder Videokonferenz reibungslos funktioniert gilt es ein paar Fallstricke zu vermeiden.

Informieren Sie sich im Internet über Serviceanbieter (kostenlose Software wie Google Hangouts oder Skype von Microsoft über kostenpflichtige Lösungen wie Citrix GoToMeeting, Cisco Telepresence oder Adobe Connect). Haben Sie sensible Daten zu schützen, dann wählen Sie jene Firmen, die Verschlüsselung und strengen Datenschutz zusagen.

Hier ist ein kleiner Fragenkatalog für Ihre Vorbereitung, denn eine gute Organisation ist schon die halbe Miete:

  • Welche technischen Vorbereitungen sind dafür nötig?
  • Wer soll an der Diskussion teilnehmen? Wer nur zuhören?
  • Beginn und voraussichtliches Ende der Konferenz (eventuelle Zeitverschiebung beachten)?
  • International: In welcher Sprache wird die Diskussion geführt?
  • Welche Programmpunkte werden behandelt?
  • Wer moderiert?
  • Wann werden die Teilnehmer über Termin, Ablauf, Inhalt informiert?
  • Welche Unterlagen sollten griffbereit sein?
  • Wer führt Protokoll oder macht sich Notizen? Oder soll das Gespräch aufgezeichnet werden?
  • Wer übermittelt wann den Teilnehmern die Ergebnisse der Konferenz?
  • Ein paar Minuten vor Beginn kontrolliert am besten jeder, ob die Einwahl klappt.

Pünktlichkeit ist ein Muss. Das ist bei virtuellen Meetings noch wichtiger als bei anderen Treffen. Die Mikrofone übertragen jedes Geräusch. Kommt jemand zu spät, gerät das ganze Team in Unruhe.

Bei mehr als fünf Teilnehmern und einer möglicherweise schlechten Tonübertragung sollten Sie darauf achten, dass das Gespräch nicht in einem akustischen Chaos versinkt. Schalten Sie in Ihrem Raum störende Geräusche aus (gegebenenfalls Fenster schließen). Potenzielle Störquellen wie Rückkopplungen an der Konferenzanlage sollten ausfindig gemacht und eliminiert werden. Die Anklopffunktion am Telefon vorab ausschalten, Mobiltelefone etc. auf stumm schalten.

Eröffnen Sie die Konferenz mit einigen freundlichen, allgemeinen Begrüßungsworten und lächeln Sie dabei. Erklären Sie den Teilnehmern kurz, wie sie sich zu Wort melden können, damit es keine Überschneidungen gibt. Bei Tonverzögerungen, wie sie bei Ferngesprächen auftreten können, weisen Sie auf die Notwendigkeit kleiner Pausen nach dem letzten Satz hin, damit keine wichtigen Informationen „verschluckt“ werden.

Dann kann es losgehen. Hören Sie aufmerksam zu und lassen Sie Ihre Gesprächsteilnehmer ausreden. Lenken Sie abschweifende Redner geschickt wieder auf das Wesentliche: „Das ist bedenkenswert, Herr Raspel, und als Nächstes wollen wir uns nun die Verkaufszahlen ansehen.“ Fassen Sie nach jedem Punkt das Ergebnis zusammen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Bedenken sollten alle, dass Gestik und Mimik nicht so herüberkommen wie in einer herkömmlichen Konferenz. Nonverbale Kommunikation gibt es bei Videokonferenzen kaum und bei Telefonkonferenzen gar nicht. Das erschwert den Austausch - gerade, wenn Mitarbeiter einander nie begegnet sind.

Danken Sie zum Abschluss Ihren Gesprächspartnern und wünschen Sie ihnen viel Erfolg. Sagen Sie ihnen, dass die Konferenz nun beendet ist und sie in Kürze ein Protokoll mit den Gesprächsergebnissen erhalten werden.

Das Gleiche gilt für Videokonferenzen. Sie bieten den Vorteil, dass sich die Teilnehmer sehen können, haben aber ihre Tücken – bedingt durch statische Webcams, verzögerte Bildwiedergabe und Mikrophone mit unterschiedlichen Lautstärken. Für Sie als Moderator(in) bedeutet das, voll präsent zu sein, um den Überblick zu bewahren. Teilnehmer, die reden möchten, sollten dies durch Handzeichen signalisieren. Denken Sie rechtzeitig daran, dass Sie bei einer Videokonferenz gesehen werden können. Achten Sie auf Ihren Gesichtsausdruck, Ihre Frisur und Ihr Outfit – und auf ein ordentliches Ambiente im Hintergrund. Susanne Helbach-Grosser (2014)

Weihnachtsfeier- und Päckchen-Marathon auf der Zielgeraden!

Glaubt man betrieblich Angestellten und Sozialforschern, so fühlen sich Mitarbeiter(innen) mit Weihnachtsfeiern zunehmend vor den emotionalen Karren des Unternehmens gespannt. Ja doch, auch von/mit den hochprofessionell ausgeführten.

Dem ausgemachten Weihnachtsmuffel sei hier bescheinigt, dass er nach Hause gehen darf, falls die Feier in die reguläre Arbeitszeit fällt. Aber nur, wenn er seine normale arbeitsvertragliche Verpflichtung aufgrund der abwesenden Kollegen nicht erfüllen kann. Kann er doch, muss er bleiben. Ob allerdings die Entscheidung, einer Betriebsfeier fernzubleiben, seinen Status festigt, kann er selbst entscheiden.

Die meisten Mitarbeiter legen keinen Wert mehr auf „Proforma“-Geschenke ihrer Firma. Gleichwohl sammeln doch immer wieder Kollegen für ein gemeinsames Chef-Geschenk. Sollte sich jeder Mitarbeiter dem Gruppenzwang unterordnen, wenn die Büchse rum geht? Besser ja. Auch wenn die Situation für den einzelnen im Betrieb vielleicht nicht so doll ist, sollte er sich nicht ausgrenzen. Betriebsneulinge geben einfach weniger.

Und dann diese Schenk-Wettkämpfe unter Kollegen! Immer aufwendiger, immer klotziger. Nicht nur zu Weihnachten. Trauen Sie sich, diesen Marathon zu durchbrechen. Wie oft hat auch schon ein gut gemeintes Präsent den anderen unter Druck gesetzt, wenn dieser selbst nichts hatte. Ein Geschenk einfach mal ohne Revanche annehmen, können wir Deutsche schlecht. Susanne Helbach-Grosser (2016)

Unser Betriebsfest

„Auf unserer Weihnachtsfeier mache ich mir einen schönen Abend und gebe mir die Kante!“

… hörte ich unlängst einen jungen Mann sagen. Oh je, dachte ich – bitte nicht! Wer so denkt, für den kann es die folgenschwerste Party des Jahres werden.

Betriebsfeste sind ja eine gute Gelegenheit, Mitarbeiter und Kollegen zwanglos besser kennen zu lernen. Sie heben das Betriebsklima und motivieren. Für viele ist es allerdings die jährliche Heuchel-Herausforderung, für andere dagegen eine willkommene Gelegenheit, sich einmal anders zu geben als sie tagtäglich wahrgenommen werden.

Beides birgt Gefahren und kann Zündstoff liefern. Da haben Sie das ganze Jahr über an Ihrem guten Ruf und Ihrer im kommenden Jahr anstehenden Beförderung gearbeitet. Nehmen Sie sich deshalb von diesem Empfehlungsbuffet die Häppchen, die Ihnen Appetit machen, und zeigen Sie so Kollegen und Vorgesetzten, dass Sie bei allen Anlässen wirklich vorzeigbar sind.

(K)eine folgenschwere Party!
Bringen Sie gute Laune mit, seien Sie fröhlich, jedoch nicht zu aufgekratzt. Vergessen Sie an diesem Abend den Streit im Büro.

Zerstören Sie Ihr professionelles Image nicht durch einen radikalen Rollenwechsel. Falls kein Dresscode auf der Einladung angegeben ist, an exponierter Stelle erkundigen, denn underdressed ist genauso unpassend wie overdressed.

Komplett angezogen bleiben, bis der Startschuss zum „Entblättern“ fällt. Dann dürfen Jackett und eventuell Krawatte abgelegt werden. Das ist aber auch das Einzige! Sprechen Sie das Thema freizügige Kleidung schon vorab mit Kolleginnen an, wenn Sie vermuten, dass manche in gewagter Discokleidung erscheinen möchten.

Sie kennen Ihre Pappenheimer: Sorgen Sie im Team vor, indem Sie anregen, dass der potentielle Schluckspecht zu Beginn der Feier etwas zu sich nimmt: „Na, da werden wir uns erstmal eine Grundlage schaffen, nicht wahr.“

Fühlen Sie sich (alle) für Firmengäste mitverantwortlich und achten Sie auf deren Wohlergehen.

Falls Sie selbst einen Beitrag zum Programm leisten: niemandem eins auswischen. Das kommt unweigerlich zurück. Die Weihnachtsrede sollte keine Generalabrechnung sein – alles Persönliche ist tabu!

Halten Sie sich mit Alkohol zurück. Sie wissen, wie Sie nach zwei, vier, sechs Gläsern wirken. Stark Angesäuselte übersehen Sie taktvoll und schützen sie vor allgemeiner Belustigung.

Für den Chef ist es eine Selbstverständlichkeit: Er nimmt an seinen Betriebsfeiern teil – kneifen gilt nicht! Und auch kein vorzeitiges „französisches Verabschieden“.

Während nun der Chef seine motivierende Jahresabschlussrede hält, bleiben die anderen am Platz, essen und reden nicht.

Spaß haben ist eindeutig erlaubt. Jeder Gast sollte zum Gelingen der Feier beitragen – aber ohne Nabelschau und wildeste Zuckungen auf der Tanzfläche. Leben Sie Ihr Temperament woanders aus. Der nächste Morgen kommt bestimmt.

Werden gegenseitige Geschenke im Lotterieverfahren verlost (Jule/Wichteln), kommen manchmal unbeschreibliche Peinlichkeiten für den Beschenkten an den Tag! Wer meint, er müsste unbedingt Erotikspielzeug und Strapse verschenken, sollte das lieber privat tun.

Vergreifen Sie sich nicht im Ton. Wenn der Fauxpas allerdings gegenüber ranggleichen Kollegen bei ähnlichem Alkoholpegel passiert ist, dann tun Sie am nächsten Tag so, als wäre nichts passiert. Bei Vorgesetzten ist die Bitte um Entschuldigung fällig. Aber machen Sie aus einer Mücke keinen Elefanten.

Es wurde doch ein bisschen später als eingeplant. Bevor Sie sich krankmelden, schlafen Sie lieber eine Stunde länger – und dann ab ins Büro. Nur zur Beruhigung: Ihren Kollegen geht es am Morgen danach auch nicht besser.
Mit dieser weitsichtigen Einstellung wird es bestimmt eine Party mit ausschließlich positiven Folgen. Susanne Helbach-Grosser (2015)

Authentizität

"Wenn man authentisch ist, gefällt man anderen automatisch." (Konstantin Wecker)

Wirklich? Immer?

In meinen Seminaren höre ich von Zeit zu Zeit: „Ich bin wie ich bin – privat und auch im Beruf!“ „Wenn ich mir diese oder jene neue Verhaltensweise aneigne, dann verbiege ich mich, wirke nicht mehr echt.“
Natürlich ist es schön, die eigene Individualität authentisch leben zu können, sich transparent zu verhalten und Emotionen zu zeigen“. Manche verwenden diese Ansicht jedoch, um schonungslos ihre Meinung zu äußern („Meine Kollegen kennen mich doch und können damit umgehen!“) Ihre miserable Affektkontrolle deklarieren sie als authentisch. Klarheit ist keine Abwesenheit von Menschlichkeit! Wer stets seinem Unmut Luft macht oder seine Emotionalität ungebremst auslebt, zeigt zwar sein wahres Ich: dem Miteinander ist das nicht förderlich.

Für viele Menschen dient „Authentizität“ als Entschuldigung für ein Verharren in der Komfortzone – im Gewohnten.

Sie verbauen sich damit die Chancen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Denn die ist kein zementierter Zustand. Das sich erwachsene Menschen nicht mehr ändern können, ist ein Trugschluss. Nach einer Studie von Margaret King und Jamie O’Boyle verändern wir unsere Identität vielmehr im Schnitt alle 20 Jahre. Die typischen Anpassungsphasen liegen in den Lebensjahren zwischen 15 und 20, 35 bis 40, 55 bis 60 sowie über 75 Jahren. Gene nehmen zudem allenfalls 20 bis 50 Prozent Einfluss auf den Charakter eines Menschen. Der Rest ist freier Wille. Der abgeschlossene, fertige Mensch ist also eine Illusion.
Außerdem haben Gehirnforscher im Frontallappen der Großhirnrinde den präfrontalen Cortex entdeckt. Klein und unscheinbar hinter der Stirn birgt er doch all unsere höheren Fähigkeiten: Empathie, Kreativität, Gerechtigkeitssinn, Urteilsvermögen, Impulskontrolle etc. Und breaking news: Eine Harvard Medical Boston-Studie zeigt, dass es nur wenige Wochen braucht, diese Zentren zu aktivieren!

Unsere Persönlichkeit ist also im Fluss!
Authentizität ist heutzutage in aller Munde (mehr oder weniger flüssig ausgesprochen) und ein hohes Gut. Authentizität das Schlüsselwort für unsere Einzigartigkeit. Ganz echt zu sein führt allerdings nicht immer zum Ziel. Je statischer die Persönlichkeit eines Menschen ist, warnen Psychologen, umso schwerer wird er es finden, sich an neue Umstände anzupassen, und umso stressanfälliger wird er sein. Manchmal ist es vorteilhaft, wenn man sich ganz bewusst anders verhält, als es der eigenen Persönlichkeit entspricht.
Autoren wie die Prof. Ben Fletcher und Karen Pine nennen dies to flex (dehnen/biegen), denn jeder Mensch habe die Kapazität, unterschiedliche Personen zu sein (B. Fletcher, K. Pine: Flex. Do something different.). Sich öfters out of character zu verhalten empfiehlt auch der Persönlichkeitspsychologe Brian Little (Universität Cambridge). Durch das Angewöhnen neuer Verhaltensmuster und das erkennbare positive Feedback von außen stabilisiert sich auch die Selbstsicherheit.
Wir spielen alle unsere Rollen, entsprechen Erwartungen im Job, erfüllen Klischee ... Aber nur so zu tun, als ob, ist anstrengend. Wer im Beruf über längere Zeitspannen eine Pokerface-Haltung aufrechterhalten „muss“, benötigt unbedingt Orte, an denen er so sein kann, wie er wirklich ist. Untypisches Verhalten kann unendlich aufreibend sein. Gesünder geht anders.
Egomarketing ist ein deutlicher Trend, bei dem es nicht um das künstliche Verstellen geht, sondern die bewusste Betonung der eigenen Stärken. Die positive Online-Reputation (das virtuell designte Image) wird für den Erfolg immer wichtiger. Das Ziel für eine Führungspersönlichkeit muss heute lauten: „Souveränität, die authentisch wirkt“ meint der Münchener Experte für Auftreten und Wirkung, Michael Moesslang, denn:

  • Wen überzeugt letztlich mein sicheres Auftreten nach außen, wenn es innerlich keine Entsprechung hat?
  • Wen wollen Sie täuschen, wenn Sie nach außen gesellig und witzig tun, sich innerlich aber total einsam fühlen?
  • Was nützt es, anderen zu gefallen, wenn Sie sich selbst nicht gefallen?

Einfach mal sein „Charakterfach“ wechseln?

Wer sich entwickelt muss Eigenverantwortung übernehmen. Wer Fehler macht, diese jedoch erkennt, kann sich anpassen und verändern – und dennoch authentisch bleiben. Das ist ein wesentlicher Charakterzug der Authentizität. Veränderung der eigenen Wirkung bedeutet oft Stress. Könnte dabei die Authentizität leiden? Also Widerstand. Aber durch die so genannte „Stress- und Entwicklungszone“ muss man durch. Jetzt unmittelbar in der „Panikzone“ zu landen, hieße schnellstmöglich wieder in die „Komfortzone“ zu flüchten. Mit der festen Überzeugung: Es ist besser, „authentisch“ zu bleiben. Schuster, bleib bei deinen Leisten! (Hans-Jörg Schumacher, Managementberater)
Auf der anderen Seite muss jener „erfolgreich Weiterentwickelte“ dann auch bereit sein, andere Meinungen zu ertragen, Menschen mit Ecken und Kanten vielleicht sogar als Bereicherung zu sehen. Gerade jetzt ist im Internet zu beobachten, wie unreflektierte, authentisch, aber niveaulose Ansichten zur Flüchtlingsproblematik verbreitet werden. Das beweist geistige Unreife!

Im Alltag fallen wir gerne auf die Rapporttechniken unseres Gesprächspartners herein: angepasste Körpersprache, gleiche Ausdrucksweise … Verhält er sich unseren Vorstellungen entsprechend, empfinden wir ihn als vertrauenswürdig und authentisch, obwohl er nur eine Rolle spielt. (Oder geht vermeintlich weniger Gefahr von ihm/ihr aus, sobald Sympathie ins Spiel kommt?) Das ist dann doch auch nichts weiter als eine Masche, nicht wahr?

Authentizität und Professionalität schließen sich nicht aus, denn strategisches Denken, ist im Berufsumfeld notwendig. Wir leben nun mal in einer Welt, die Angepasstheit verlangt. Starke authentische Führungs-Persönlichkeiten mit Charisma kennt jeder: Mahatma Gandhi, Mutter Teresa, Dalai Lama, Nelson Mandela … Sie haben alle ihre gesetzten Ziele strategisch verfolgt. Und wir kennen auch das Gegenteil – die Maskenträger.

Authentisch sein, bleiben oder werden
Wie gewinne ich Authentizität?
Selbstreflektion ermöglicht es, unsere Motive, Stärken und unsere individuellen Bedürfnisse unverschleiert zu erkennen. Erst dann kann man seinen eigenen Weg gehen.
Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit: Wer seine rosarote Brille zur Selbstbetrachtung gegen eine mit Klarscheiben eintauscht, wird auch seine negativen Seiten erkennen und unangenehmes Feedback akzeptieren. Der Mut zur Wahrheit – auch zu einem klaren NEIN, ist für unser Gegenüber immer auch ein Vertrauensbeweis.
Wenn alles einander konsequent entspricht – das Wertesystem, die optische Hülle, Umgangsformen, Sprache und Taten – dann sind wir glaubwürdig. Authentizität ist etwas Ganzheitliches.

"Wenn man authentisch ist, gefällt man anderen automatisch." Ja, wenn man authentisch zu der eigenen momentanen Stimmung ist - authentisch zu seinen Werten, seinen Zielen. Susanne Helbach-Grosser (2018)

Chaos im Büro!

Der Profi-Aufräumer hält auch den letzten Winkel des Unternehmens digital fest, um anschließend die Belegschaft anhand der erdrückenden Beweise zu schulen. Zur Ordnung. Weil der Mensch erst durch diese wahre spirituelle Größe erlangen kann, wie Aufräumpapst Werner Tikki Küstenmacher im Fernsehen erklärt.

Chaos im Büro?
Ich schaue mir nach der Sendung meine eigenen vier Arbeitswände an. Aufgeräumt und ordentlich sind sicherlich unscharfe Begriffe. Ich finde mich wie viele andere gut organisiert, weil ich in Vorgängen denken kann. Karin Steffen-Maurer, Spezialistin für Büroorganisation, bestätigt: „Wenn ich aufgrund des Status, in dem sich der Vorgang befindet, Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort von Unterlagen ziehen kann, dann sind mein Schreibtisch - und ich - gut organisiert." Aha.

Der Schreibtisch kann sogar über Karrierechancen entscheiden, meinen Psychologen. In einer Studie des britischen Wissenschaftlers Cary Cooper im Auftrag des Computerzubehör-Unternehmens Logitech gaben 70 Prozent der befragten Manager an, dass sie Mitarbeiter mit einem ordentlichen Schreibtisch bevorzugen. Bei „Volltischlern“ wittern manche Vorgesetzte Disziplinlosigkeit und Unordnung, bei „Leertischlern“ zu wenig Aufgaben und Faulheit.

Es gibt viele Gründe, warum sich auf einigen Schreibtischen Arbeitsunterlagen stapeln:
Zeitdruck; volle Konzentration auf mehrere zu bearbeitende Projekte; die Furcht, wichtige Arbeiten aus den Augen zu verlieren; Sammelwut; fehlende Schubladen und Ordnungssysteme; Gleichgültigkeit gegenüber der Ästhetik der eigenen Umgebung. Manche räumen auch erst auf, wenn ein wichtiges Terminprojekt abgeschlossen ist, um sich nicht abzulenken.

Vor allem bei Kundenverkehr repräsentiert ein Arbeitsplatz zugleich auch das Unternehmen. Wird die Optik vernachlässigt, ziehen die Besucher entsprechende Rückschlüsse. Darum schauen wir also öfter mit „fremden“ Augen auf unser Schreibtisch-Ambiente und werden aktiv:

1. Aktenstapel: Allein das laufende Projekt kommt auf den Schreibtisch.
2. Billige Werbegeschenke? Nur zu Hause benutzen.
3. Urlaubskarte erhalten? Nicht irgendwo anheften, sondern in die Schublade.
4. Überall Klebezettel? Im Aufgabenbuch ablegen.
5. Verwelkte Blumen und sonstige Pflanzen: Gleich entsorgen.
6. Grünzeug vernachlässigt? Schnell wässern und düngen.
7. Dicke Luft im Büro? Öfter lüften
8. Die Computer-Tastatur erreicht einen bedenklichen Nährwert? Reinigen lassen.
9. Eingetrocknete Kaffeetasse? Ab in die Küche.
10. Getränkeflasche auf dem Tisch? Blickfern darunter stellen.
11. Zugemüllte Schubladen? Alles raus und pingelig sortieren.

Und nach dem Jahresurlaub - weil wir da besonders großzügig sind - wird beherzt weiter ausgemistet. Es funktioniert. Wir haben es ausprobiert. Susanne Helbach-Grosser (2014)

Seinen Einstand, Ausstand ausrichten

„Meine Banklehre und verschiedene Zusatzqualifikationen habe ich erfolgreich abgeschlossen und fange bald in einer Filiale in einer anderen Stadt an. Soll ich am ersten Arbeitstag gleich einige Flaschen Sekt zum Einstand mitnehmen?“

Die Frage des jungen Mannes ist mit einem klaren NEIN zu beantworten.

Den eigenen Einstand (sowie auch den Ausstand) zu zelebrieren hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als Neuer oder Neue im Job werden Sie genau beäugt. Unabhängig von Ihrer Stellung sind sie erst einmal ein/e Außenseiter/in, der/die sich zu bewähren hat. Höfliches, interessiertes, zunächst zurückhaltendes Verhalten erleichtert Ihnen den Einstieg.

Gehen Sie nicht zu forsch an die Arbeit, schwärmen Sie nicht von Ihrer früheren Firma (machen Sie sie auch nicht schlecht) und üben Sie keine Kritik. Fragen Sie und lernen Sie. Unterhalten Sie sich in den Pausen und beim Essen mit ihren neuen Kollegen, damit Sie sie als Mensch einschätzen können. Vorschnelle Bündnisse sollten Sie nicht schließen. Intimitäten sind tabu.

Fühlen Sie sich angenommen, können Sie nach etwa vier Wochen – auf Drängen früher – ihren Einstand geben. Laden Sie zu einem kleinen Imbiss mit Getränken in der Mittagspause oder kurz vor Feierabend ein. Fragen Sie, was Usus ist: Kaffee und Kuchen? Welche Getränke? Selbstgemachtes wie eine Quiche oder ein Apfelkuchen zeigt, dass der Einstand für Sie keine Routineangelegenheit, sondern eine Herzenssache ist. Muss aber nicht sein, wenn Ihre Koch- oder Backtalente nicht ausreichen.

Wie und wen sollten Sie einladen? Beim Einstand können Sie auf Förmlichkeiten verzichten. Allerdings sollten Sie ihn, auch Termin und Dauer, mit Ihrem Vorgesetzten absprechen. Er wird natürlich ebenfalls eingeladen. Der sympathischste Weg ist, Ihre potenziellen Gäste persönlich zu bitten, an Ihrem Einstand teilzunehmen. Dies per Mail zu tun wäre nicht sehr stilvoll. Üblicherweise werden zum Einstand alle Mitglieder einer Abteilung eingeladen – auch diejenigen, die Sie nicht leiden können.

Es wird nicht der erste Einstand sein, der in Ihrer Firma gefeiert wird. Erkundigen Sie sich, wo solche Zusammenkünfte in der Regel stattfinden – im eigenen Büro, im Besprechungsraum oder in der Kantine. Fragen Sie, ob Alkohol erwünscht ist oder nicht. Und räumen Sie hinterher wieder alles säuberlich weg.

Hier ein Beispiel für eine kurze Einstandsrede, wenn sich der größte Teil der Gäste eingefunden hat:

„Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ein Einstand wie dieser läutet immer einen wichtigen Lebensabschnitt ein. Ich bin zwar noch neu im Unternehmen, aber ich sehe jetzt schon, dass es mir hier gefallen wird und ich meine Fähigkeiten nützlich einbringen kann. Dank Ihrer Unterstützung konnte ich mich schnell einarbeiten und ich fühle mich in diesem Kollegenkreis sehr wohl. Natürlich gibt es für mich noch viel zu lernen und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Auf jeden Fall freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und jetzt auf ein gemütliches Beisammensein mit Speis und Trank. Bitte bedienen Sie sich am Buffet.“

Wenn Sie ein Unternehmen verlassen kann der Ausstand in ähnlicher Form stattfinden. Es könnte allerdings melancholisch werden. Verabschieden Sie sich würdig von Ihren bisherigen Mitstreitern. Wünschen Sie ihnen alles Gute und danken Sie für die interessante Zeit, die Sie mit ihnen verlebt haben. Andere sollten Schwermut verspüren, wenn Sie gehen.

Beispiel für eine kurze Abschiedsrede:

„Liebe Kollegen, liebe Kolleginnen, jetzt überfällt mich doch ein bisschen Wehmut bei dem Gedanken, mich von Ihnen verabschieden zu müssen. Wir haben so viele Stunden gemeinsam verbracht, dass Sie für mich so etwas wie eine zweite Familie geworden sind. Doch Abschiedstränen sind nicht angebracht, denn auf alle von uns warten neue Herausforderungen, die unsere ganze Kraft benötigen. Lieber freue ich mich, dass ich mit Ihnen eine interessante Zeit verleben durfte und wir sicher in Verbindung bleiben können. Ich werde mich immer gern an Sie erinnern und danke Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung in all den Jahren. Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen ganz viel Glück und Erfolg. Aber nun wollen wir das Feiern nicht vergessen und uns zum Abschluss noch einmal gemütlich unterhalten. Bitte bedienen Sie sich an dem kleinen Buffet, sofern es noch nicht geschehen ist. Alles, alles Gute für Sie!“ Susanne Helbach-Grosser (2015)

Und plötzlich ist wieder Weihnachten!

Zu den Dingen, die sich nun wirklich gut vorbereiten lassen, gehört das Schreiben von Grußkarten. Dann wird es vor Weihnachten nicht eng, zumal das Fest ja immer so plötzlich kommt. Jetzt an die Grüße zu Weihnachten und zum Neuen Jahr denken.

Ein Kartengruß gehört für die meisten Unternehmen zum Pflichtprogramm am Jahresende – er bietet eine willkommene Gelegenheit, sich bei seinen Geschäftspartnern in Erinnerung zu bringen.

Gekaufte Kartengrüße haben meistens den Vordruck „Frohe Weihnachten“ und „ein gutes Neues Jahr“. Danach trennt sich die Spreu vom Weizen: Wir unterscheiden fein zwischen der gestempelten Unterschrift, den „Nur“-Unterzeichnern und denjenigen, die sich Zeit nehmen, um neben der persönlichen Anrede sowie der Unterschrift noch ein paar persönliche Worte mit der Hand dazuzuschreiben. Das Signal kommt an: „Sie sind mir drei Minuten wert.“

Viel stilvoller sind Weihnachts- oder Neujahrskarten, die man mit eigenen Zitaten und Texten bedrucken lässt. Auch der firmeneigene Repräsentativbogen ohne Bankverbindung etc. ist neben neutralem edlem Briefpapier denkbar. Aber auch hierbei muss die Unterschrift leserlich sein, falls man als Absender nicht klar erkennbar ist, weil allzu oft der Briefumschlag mit dem Absender verloren geht.

Auch wenn Weihnachtsgrüße als eine Art Visitenkarte des Absenders gelten, für große Unternehmen ist es ein enormer Aufwand, in jede Karte auch noch einen individuellen Grußtext zu schreiben. Zumindest bei den wichtigsten Kunden sollte sich die Zeit dafür aber genommen werden. Die Karte muss nicht immer vom Chef verfasst werden. Am besten schreibt der Mitarbeiter die Karte, der am engsten mit dem Geschäftspartner zusammenarbeitet.

Niemand sollte die Weihnachtspost gleich „praktischerweise“ als Werbung missbrauchen. Nervtötend sind Neujahrskarten als Kreuzworträtsel mit „Kryptolator“ und Vignetten, die zusammengesetzt werden müssen. Heraus kommt – surprise, surprise – auch nur wieder Werbung! Einen Dank für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr spricht man nur aus, wenn es diese auch gegeben hat!

Nicht in allen Kulturkreisen sind gute Wünsche zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel angebracht. Es war bisher peinlich, wenn jemandem Grüße auf den Tisch flattern, der wie Juden und Moslems von der Religion her keinen Bezug dazu hat oder an einem anderen Datum feiert. Bei jüdischen Bürgern sind Grüße zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana angebracht, in China Glückwünsche zum Chinesischen Neujahr. Islamische Geschäftspartner freuen sich über einen Gruß unmittelbar nach Beendigung des Fastenmonats Ramadan zum Fest ʿĪd al-Fitr. Präsente ebenfalls zu diesen Tagen schicken.

Passende Sondermarken runden die individuellen Grüße ab – der Freistempler hat Pause. Spätestens bis Mitte Dezember sollten die Karten in die Post gehen, damit sie rechtzeitig ankommen.

Eine Alternative dazu: das Verschicken von Festtagsgrüßen per Internet. Man kann unter zahlreichen Karten wählen. Der Vorteil ist, dass die Grüße quasi noch auf den letzten Drücker versandt werden können. Dabei sollte jedoch vor allem an den Empfänger gedacht werden, denn gerade Geschäftsleute werden oft mit Junk-Mails überhäuft und freuen sich mitnichten über den digitalen Gruß. Wer die Karte online versendet, sollte außerdem die Priorität der Mail nicht auf hoch setzen. Es ist immerhin nur eine Weihnachtskarte und keine dringende Nachricht.

Für eine Weihnachtskarte muss man nicht danken aber wie oft ist sie trotzdem ein guter Grund, zum Telefonhörer zu greifen, nicht wahr?! Wer eine bekommt, sollte ebenfalls eine schicken.

Um niemanden zu vergessen, empfiehlt es sich, eine Adressenliste anzulegen, auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann. Jetzt haben Sie noch etwas Zeit, sich Gedanken über Ihre Weihnachtspost zu machen und sie vorzubereiten.

Kreative Einfälle dabei wünscht Ihnen Susanne Helbach-Grosser (2017), siehe auch „Journal Anderswo“: „Frohe Weihnachten!“ „Schöne Feiertage!“

PS: „Frohe Weihnachten" in über 60 Sprachen bietet der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. auch dieses Jahr wieder in seiner beliebte "Weihnachtsdatenbank" online. Weil für viele Sprachen spezielle Schriftsätze nötig sind, stehen die Grüße als fertige Text- beziehungsweise Grafikdatei zum Herunterladen bereit. Die Nutzung ist kostenfrei (www.bdue.de). Quelle: Birgit Golms M. A. (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. - BDÜ).

Geschenke im Beruf

Welche Bedeutung haben Geschenke des Arbeitgebers für Mitarbeiter? Gemeinsam mit dem ipsos-Institut befragte die Soziallotterie Aktion Mensch dazu 1.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren. Das Ergebnis: 79 Prozent der deutschen Arbeitnehmer freuen sich über Geschenke des Arbeitgebers. Mehr als jedem zweiten Arbeitnehmer (56 Prozent) ist diese Form der Wertschätzung wichtig, für 66 Prozent steigern sie auch die Motivation.
Trotzdem haben 37 Prozent der Arbeitnehmer noch nie ein Geschenk vom Chef erhalten. Besonders Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, Mitarbeitern Anerkennung zu zeigen.

Schon lange bevor es auf die Feiertage zugeht, zerbricht sich der Führungsstab den Kopf, um für Mitarbeiter (m/w) und Kunden die passenden Präsente besorgen zu lassen.

Und wo man hinsieht Fallstricke.
Generell dienen Weihnachtsgeschenke an Kunden, Partner und Mitarbeiter als Visitenkarte des Unternehmens. Sie stärken das positive Image. Als wichtigste Voraussetzung müssen die Fragen der Vorteilsnahme geklärt werden. Es darf über die Größe der Geschenke zu keiner Vertragsverletzung zum Beispiel in Arbeitsverträgen kommt. Die Unsicherheit, dass manche Präsente als Bestechungsversuch wahrgenommen werden, ist groß. Aufgrund der Compliance-Kultur sind verfängliche Geschenke allerdings stark zurückgegangen. Im öffentlichen Dienst sind diese Fragen rund um Gaben seit jeher geklärt: Vergünstigungen dürfen nicht angenommen werden.
Viele Unternehmen versteigern bei einer Tombola preislich überzogene Geschenke für einen guten Zweck. Den Gebern wird dies in einem freundlichen Schreiben mitgeteilt.

Beziehungsgeschenk und Fingerspitzengefühl

Schenken ist eine Form der Kommunikation, eine feine Sprache, mit der sich tiefe Gefühle ausdrücken lassen. Weihnachtsgeschenke sind daher Beziehungsgeschenke. Ein Präsent übermittelt soziale Wertschätzung, die Bedeutung eines Geschenks ist erheblich. Das ist auch der Punkt, warum es uns so schwerfällt, gelassen über eine Enttäuschung hinwegzusehen

Fingerspitzengefühl ist erforderlich, aber die meisten haben ein ganz gutes soziales Gefühl dafür, was angemessen oder übertrieben ist. Für viele Beschenkte zählt allein die Geste.
Trotzdem ist es eine Herausforderung, wenn man die Kollegen und Kunden kaum kennt. Auf Nummer Sicher geht man bestimmt mit einem Gutschein – denken viele Deutsche. Aber auch hier: Kenne ich die Vorlieben des anderen? Der Gutschein für Parfümerie, Boutique, ein gutes Haushaltsfachgeschäft oder Kunst, die Wildtierpatenschaft oder ein Jahreslos sind besser als ein Reitkurs für Menschen mit Angst vor Pferden oder ein Bildungs-Gutschein, der dann peinlich wird, wenn damit Bildungslücken angedeutet werden.

Bei der eigenen Recherche, was dem anderen wohl gefallen könnte, sollte auf kleine „Tipps“ des Geschenkempfängers geachtete werden: Bevorzugt sie oder er eine bestimmte Confiserie, Weinsorte, Literaturrichtung, gibt es ein neues Hobby?

Würde sich die Lieblingskollegin wirklich über gemeinsame Zeit mit dem/der Schenkenden freuen, bei einem Theaterbesuch zu zweit, einem Kochkurs, dem Besuch einer kulinarischen Messe …?

Absolut übergriffig und oberlehrerhaft sind „pädagogische Geschenke“: ein Diätratgeber für den Schlemmerkönig, eine Klassik-CD für den Rockfan. Außerdem geht im Arbeitsleben alles nicht, was im weitesten Sinne zu intim ist. Und wenn der unbeliebte Kollege – während alle anderen Präsente austauschen – leer ausgeht, könnte das ein Hinweis auf Mobbing sein.

  • Immer die steuerlichen Höchstgrenzen im Blick halten.
  • Geschenke sind freiwillige Gaben. Einen Anspruch hat niemand darauf. Offensive Kritik am Präsent wirkt deshalb undankbar.
  • Gutscheine, obwohl als phantasielos verschrien, sind oft besser als kitschige Panikkäufe.
  • Beim Schenken ruhig mal unter den eigenen finanziellen Möglichkeiten bleiben, so gehen andere möglicherweise nicht über ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten hinaus.
  • Einen Umtausch anbieten, wenn man das Gefühl hat, den Geschmack des Beschenkten gar nicht getroffen zu haben.
  • Aus Image-Gründen bieten sich Spenden an. Spendensumme verschweigen, den Betrag zu nennen, klänge nach Eigenlob.
  • Den Spendenempfänger gut auswählen. Passt er zum Unternehmen, ist er nicht heikel? Susanne Helbach-Grosser (2018)

Plötzlich verliebt!

Frühlingsgefühle am Arbeitsplatz

Könnte es sein, dass Ihre Hochform in diesem Meeting auch damit zu tun hatte, dass Sie diesem umwerfend attraktiven Typen aus der Nachbarabteilung gegenübersaßen, der Sie mit seinen Augen regelrecht verschlungen hat? So etwas beflügelt ja ungemein und lässt die Schmetterlinge tanzen. Alarm, Alarm! Hier betreten Sie heißen Boden.

Verliebt zu sein ist wunderschön, gibt enormen Auftrieb und färbt die Welt rosarot. Aber private Beziehungen am Arbeitsplatz haben nun einmal ihre Tücken. Neidhammel können den Verliebten erheblich schaden, wenn sie an vorgesetzten Stellen hämische und anzügliche Bemerkungen fallen lassen. Damit muss das Paar rechnen. Selbst mit subtilen Erpressungen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kann das umgangen werden:

Trifft Amor ins Herz, ist zunächst höchste Diskretion angesagt. Feind(in) hört und sieht mehr, als Verliebte meinen.

  • Sprechen Sie mit niemandem in der Firma über Ihre Romanze.
  • Lassen Sie sich nie mit einem Playboy ein, der sich einen Sport daraus macht, allen von seinen Bettabenteuern zu erzählen.
  • Vermeiden Sie Liebesgeflüster per Firmen-E-Mail. Wer weiß, wo das eines Tages landet und wer alles mitlesen kann.

Und wenn Sie enttäuscht werden: Wahren Sie die Contenance, vermeiden Sie Gefühlsausbrüche, weinen Sie notfalls zu Hause in Ihre Kissen. Vor allem: Keine Rachegelüste ausleben! Das macht die Sache nur noch schlimmer. Sehen Sie sich cool nach einem Besseren um, nach einem, der Sie verdient.

Happyend?

Es war doch nicht nur ein stürmischer Flirt, sondern ist was Ernstes? Dann darf man sich offen zueinander bekennen. Allerdings ohne Knutscherei in der Firma. Informieren Sie als Erstes Ihren Chef. Besprechen Sie mit ihm auch, wann und in welcher Form Sie Ihre Abteilung und vielleicht gemeinsame Kunden über die neue Konstellation in Kenntnis setzen sollen. Runzelt Ihr Chef die Stirn über Ihre neue Liebesbeziehung, versichern Sie ihm, dass sie keinerlei nachteilige Wirkungen auf Ihre Arbeit haben werde. Mehr können Sie nicht tun. Ihr Vorgesetzter hat jedenfalls keine Handhabe, Ihnen vorzuschreiben, mit wem Sie Ihr Privatleben gestalten.

Aber Finger weg von Liebschaften mit dem Chef, mit Rangniederen und verheirateten Kollegen! Das ist hochbrisant. Es sei denn ... es handelt sich bei beiden um die große Liebe. Susanne Helbach-Grosser (2012)